Abend-Programm Herbst-Winter `22

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ausverkauft!

Samstag 5. November • 20 Uhr

Markus Weber

Glaawe Ses?

Lange wurde er vermisst. Nun endlich ist es wieder so weit. Dr. Markus Weber langjähriges Mitglied der SPITZKLICKER kommt wieder zu uns ins Hof-Theater mit seinem dritten Mundartprogramm. Ohne Zweifel verspricht auch dieses Programm unter dem Titel „Glaawe ses?“, nahtlos an die Erfolge seiner vorherigen Auftritte anzuknüpfen.
Dr. Markus Weber hat als promovierter Sprachwissenschaftler unseren Woinemer Dialekt analysiert. Daraus entstand eine riesige Stoffsammlung zur Grammatik, Formenlehre, Lautlehre und Bedeutungslehre unseres schönen Kurpfälzer Dialektes. ein kongenialer Coautor Manfred Maser hat aus der Fülle von Webers Recherchen einen roten Faden gesponnen und so entstand daraus Webers neues Programm „Glaawe ses?“, das so wie seine früheren Programme „Hiwwe un Driwwe“ und „Iwwerleije se mol“ wieder eine Hommage an die Woinemer Kurpfälzer Sprache ist. Es ist eine kabarettistische Sprachkunde für Eingeborene und Roigeplaggde, ein Sprachkurs in unserer „Sproch“ und zwar in allen Kompetenzstufen des Spracherwerbs- ein linguistischer Parforceritt von A1 bis C2. Ein Abriss über die noch nicht geschriebene Kurpfälzer Lautlehre, Grammatik und Semantik.
Wenn Sie also wissen wollen, was in der Kurpfälzer Grammatik die Liaison bedeutet oder wie sich der Kurpfälzer Konjunktiv vom hochdeutschen Konjunktiv unterscheidet oder wie bei uns das Partizip Perfekt zwar im Gegensatz zur Hochsprache unregelmäßig, aber für uns Eingeborene trotzdem regelmäßig gebildet wird, dann nehmen Sie teil an dieser kabarettistischen Sprachkunde „Glaawe ses?“. Denn das Nichtbeherrschen unserer „Sproch“ kann fatale Folgen haben, wenn Sie bei uns hier leben wollen, aber „unser Sproch net beherrsche odder verstehe“. Denn zwischen wissen und „glaawe“, wollen und „häd gern“, tun und „däd“ liegen bei uns Welten!
Und hinterher weiß auch der Roigeplaggde, welche sprachlichen Besonderheiten es beim Begrüßen, Verabschieden oder beim täglichen Einkaufen gibt, wie die Kurpfälzer Uhrzeiten und Gewichtseinheiten heißen und welchen Stellenwert das gute alte Paradekissen bei der Woinemer Aussteuer hat. Ein Genuss für Herz und Verstand. Glaawe ses!

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Freitag 11. November • 20 Uhr

Edith und Mina

Die Geschichte einer Freundschaft, erzählt und gespielt von Jürgen Flügge

Der Sohn von Mina findet einen alten Koffer auf dem Speicher, voller Briefe und Postkarten aus der Zeit von 1934 bis in die Fünfziger Jahre. Auch Fotos in alten Briefumschlägen sind dabei, auf den Briefmarken die Konterfeis von Hitler, Hindenburg und Heuss. Briefe und Karten aus den USA sind darunter, geschrieben von jüdischen Freuden, die vor den Nazis fliehen mussten.
Erinnerungen werden wach an die Mutter und ihre Jugend in einem Dorf im südhessischen Ried, das auch seine Jugend prägte, an die Freundschaft Minas zu Edith und ihrer Familie, bei der Mina als Dienstmädchen arbeitete, sowie an den brutalen Alltag der jüdischen Familie, als die Nazis an die Macht kommen, aber auch an die tiefe Freundschaft, zwischen Edith und Mina.
All das zeigen und belegen die originalen Dokumente aus Minas Koffer. Geschichten und Anekdoten verweben sich zu einem Stück über eine Freundschaft, die dem nationalsozialistischen Alltag versucht zu entfliehen. Jürgen Flügge erzählt, spielt, rezitiert und liest aus den ergreifenden Briefen und Dokumenten seiner Mutter und ihrer Freundin Edith.

Wir empfehlen dieses Stück auch für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Es ist mobil und kann auch in Schulen gespielt werden.

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Leider fällt die Veranstaltung aus!

Samstag 12. November • 20 Uhr

Jürgen Poth/ Guggugg

Äppelweu mit Mussigg

Mundart-Unsinn für Gaumen und Ohren

Als „Äbbelweugeschworener“ wurde Jürgen Poth bereits für sein Engagement zur Erhaltung der Apfelweinkultur in Südhessen geehrt. Denn aus seiner Feder stammen fetzige Lieder und nachdenkliche Weisen über das Keltern und das Trinken von Apfelwein – und dessen allzu menschlichen Begleitumstände. Ob Helden des Alltags, Quartalssäufer, schräge Vögel, Würdenträger, Hobbypomologen oder Wirtinnen – sie alle werden musikalisch eingebunden in ländliche Traditionen und Brauchtum rund um das goldene Getränk.
Mit dem unbeschwerten Blick des Odenwälder Ureinwohners wird der Spachbrücker Troubadour aus seinen persönlichen Erfahrungen mit vergorenem Obst und destillierten Genüssen berichten.
Er fasst Ungereimtes in Reime und erklärt in wohlgewählten Worten Streuobstwiesen, regionale Eigenheiten, Bembel, Faulenzer und Sauermilchkäseprodukte auch dem zugereisten Zuhörer. Damit man sich das alles auch merken kann, gibt es bei den Auftritten des „Gugguggs“ immer Liedblätter zum Mitsingen. Ganz nebenbei kann man dabei auch seine Mundartkenntnisse vertiefen!

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Samstag 19. November • 20 Uhr

Daniel Helfrich

Trennkost ist kein
Abschiedsessen

In seinem neuen Programm „Trennkost ist kein Abschiedsessen“ befreit Daniel Helfrich das Thema „Trennung“ von seinem schlechten Ruf und entdeckt darin vor allem eines: riesengroßen Spaß.
Helfrichs Trennungsgedanken können vielfältiger Natur sein: Ob Partner, Essen, Müll oder, wie in Van Goghs Fall, vom eigenen Ohr. In diesem Programm wird jede Form der Trennung köstlich zelebriert. Nichts bleibt dem humorvollsten Trennungsexperten seit Heinrich dem 8. verborgen. Denn eigentlich macht Trennen so richtig Spaß, wenn man nicht gerade ein Paar-Tattoo besitzt.
„Trennkost ist kein Abschiedsessen“ ist ein Programm über Mütter, die auf Handys starren, moderne Männer, missglückte Kommunikation und weitere „Erste-Welt-Probleme“. Ein geistreiches Programm nicht nur für Petersiliensafttrinker und Bambusbecherbesitzer, sondern auch für Menschen mit nicht ganz ernst gemeinten Trennungsabsichten oder übertriebener Trennungsangst.
Ein Programm für alle, die Lust auf urkomische Lieder und gehobenen Blödsinn haben.
In seinem fünften Programm deutet uns Daniel Helfrich die Trennungszeichen der Zeit und offenbart, was in seinem Musiker-leben Musik-erleben bedeutet. Sich selbst wie gewohnt virtuos am Klavier begleitend durchstreift er vielfältigste Musikstile und zeigt, wie man unfallfrei durch Konsumfalltüren fällt, denn seine Pointen besitzen immer einen doppelten Boden.
Skurriles gesellschaftskritisches Klavierkabarett mit absoluter Lachgarantie, das Sie auch musikalisch mitreißen wird. „Trennkost ist kein Abschiedsessen“. Guten Appetit.

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Freitag 25. November • 20 Uhr

Ger(a)echt?

Ein heimtückisch-komisch-bösartiges Solo nach Motiven von „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt

Genevieve lebt! Und sie erzählt die Geschichte ihrer Eltern. Eine Bühne mit blutrotem Boden, ein großer Stuhl, einen Koffer – mehr braucht es nicht.
Mit blitzschnellem Rollenwechsel entfaltet sich ein Panoptikum an Charakteren und der Zuschauer erlebt ein groteskes, lustvolles, auch gemeines Verwirr-Spiel über Gerechtigkeit - zwischen Vernunft, Gier und Rache.
Heiter-diabolisch wird die Selbstzufriedenheit der abendländischen Wertegemeinschaft erschüttert und der Glaube an humani-stische Werte zerlegt. Ohne erhobenen Zeigefinger, mit einer anarchischen Lust am Argumentieren, konfrontiert das Stück mit Fragen nach Recht, Moral und Anstand in einer Welt, die aus den Fugen geraten scheint.
Eine Produktion des Knirps Theater, Bad Ems.
Gefördert durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration RLP.
Regie: Jürgen Flügge, Spiel: Astrid Sacher